Das Abenteuer Persönlichkeit mit Roland Kopp-Wichmann

Das Abenteuer Persönlichkeit mit Roland Kopp-Wichmann

Das Abenteuer Persönlichkeit mit Roland Kopp-Wichmann

„Ich fühle mich nirgends zugehörig“, sagte der Jurist im Coaching.

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„Auch wenn ich mittendrin bin, gehöre ich nicht dazu“, war der erste Satz meines Coaching-Klienten.

Dieser Satz ließ mich aufhorchen, weil ich vor Jahren mal eine Studie gelesen hatte, wie sehr das mangelnde Gefühl von Zugehörigkeit und Depression miteinander in Verbindung stehen.

„Wie meinen Sie das?“ fragte ich.

_„Ich bin Jurist, Einserkandidat, im Iran geboren. Meine Eltern kamen als Gastarbeiter nach Deutschland und wollten mir alles ermöglichen, was hier wichtig ist. Bildung, Aufstieg, Wohlstand. Ich habe das alles geschafft, aber ich weiß nicht wo ich hingehöre.“ _ Menschen mit diesem Lebensthema fühlen sich häufig fehl am Platz, ziehen sich allgemein schnell zurück. Glauben, dass sie irgendwie anders seien als andere und deswegen eher stören oder eine Belastung sind.

Zugehörigkeit ist ein starker Motor für Handlungen. Jugendliche lassen sich tätowieren oder den Kopf kahl scheren. Der erste Schluck Alkohol, die ersten Drogen oder der Wunsch, einer Sekte anzugehören, entspringen diesem starken Drang nach Zugehörigkeit. Auch der Terrorist fühlt die Zugehörigkeit zu seiner Gruppe und ist bereit, sich im Sinne der Spielregel zu opfern.

_„Wie und wann erleben Sie Ihre mangelnde Zugehörigkeit?“ _wollte ich wissen.

_„Ich leite eine florierende Anwaltskanzlei in Stuttgart mit zwei Partnern und sechs Angestellten“, antwortete der Klient. „Mittags gehen wir meistens in einem der umliegenden Restaurants essen. Da weiß ich zum Beispiel nie, mit wem ich essen gehen soll. Gehe ich mit den Partnern, denke ich, dass die lieber ohne mich essen gehen würden, weil ich der Chef bin. Aber ich denke, das würden sie sich nicht trauen, mir da zu sagen.

„Manchmal würde ich lieber mit einigen Angestellten essen gehen, weil die lustiger sind, aber dann denke ich, dass sie lieber unter sich wären und sich auch nicht trauen, mir das zu sagen. Als Ausweg schütze ich um die Mittagszeit meistens Arbeit vor und gehe allein in ein Schnellrestaurant. Aber ich finde das seltsam!“_

Hören Sie mehr dazu in diesem Podcast.

Diesen Beitrag können Sie nachlesen auf meinem Persönlichkeits-Blog.

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