„Vielleicht hätte ich mehr aus meinem Leben machen können.“
Shownotes
Rolf, 63, hat alles erreicht — und fühlt sich trotzdem leer. Was steckt hinter dem Gefühl, das eigene Potenzial nicht gelebt zu haben?
„Ich habe eigentlich alles erreicht. Zwei erwachsene Kinder, ein gutes Haus, eine stabile Ehe. Und trotzdem denke ich immer öfter: Vielleicht hätte ich mehr aus meinem Leben machen können."
So beginnt das Gespräch mit Rolf, 63 Jahre alt, als er zum ersten Mal in mein 3-h-Coaching kommt. Was folgt, ist eine Geschichte, die viele kennen — aber selten so klar benennen können.
In dieser Episode höre Sie einen Fallbericht aus meiner Praxis:
- Was bedeutet es wirklich, wenn Menschen das Gefühl haben, ihr Potenzial nicht gelebt zu haben?
- Warum hilft der Ratschlag „Mach doch endlich dein eigenes Ding" meistens nicht?
- Und was hat ein einziger Satz des Vaters mit dem Leben eines 63-Jährigen zu tun?
Sie erfahren in dieser Episode:
- Warum das Gefühl „Ich hätte mehr aus mir machen können" fast nie über den Beruf handelt
- Wie frühe familiäre Loyalitäten uns jahrzehntelang in einem inneren Muster festhalten
- Was der Unterschied ist zwischen verpassten Chancen und dem verpassten Kontakt zu sich selbst
- Wie Veränderung aussehen kann — und warum sie meistens kleiner beginnt als erwartet
Die ganze Folge können Sie hier nachlesen …
Haben Sie auch ein persönliches Problem, das Sie bisher nicht lösen konnten? Dann buchen Sie auch ein 3-h-Coaching. Wir finden die Lösung dort, wo Sie noch nie gesucht haben. Versprochen!
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Transkript anzeigen
00:00:00: Herzlich willkommen zu einem weiteren Podcast.
00:00:03: Mein Name ist Roland Kopfigmann, ich bin Online-Coach mit über vierzig Jahren Erfahrung.
00:00:11: Das Thema heute?
00:00:12: Vielleicht hätte ich mehr aus meinem Leben machen können, sagte der Klient im Coaching.
00:00:21: Warum dieser Satz oft weniger über verpasste Chancen erzählt als über ein Leben das lange nach den Erwartungen anderer gelebt wurde.
00:00:32: Ich habe eigentlich alles erreicht.
00:00:35: Rolf, mein neuer Klient im dreistunden Coaching lehnt sich zurück und zählt auf was Objektiv für ihn spricht.
00:00:42: Zwei erwachsene Kinder ein schönes Haus.
00:00:46: Vierzig Jahre Berufserfahrung eine stabile Ehe keine finanziellen Sorgen.
00:00:51: Dann schweigt er Und trotzdem kommt dieser Gedanke immer öfter.
00:00:58: Vielleicht hätte ich mehr aus meinem Leben machen können.
00:01:05: Er sagte in Satz leise, fast entschuldigend als müsse er sich dafür rechtfertigen überhaupt unzufrieden zu sein.
00:01:14: Viele Menschen kennen diesen Gedanken besonders jenseits der Fünfzig.
00:01:19: wenn die erste Lebenshälfte hinter ihnen liegt und die zweite plötzlich kürzer erscheint als die erste Dann beginnt das Rechnen Der andere Beruf – die frühere Selbstständigkeit Der Mut, der gefehlt hat.
00:01:35: Die Trennung die nie kam – das Ausland, das Abenteuer, die Leidenschaft.
00:01:41: Beim Manchen verschwinden diese Gedanken wieder.
00:01:45: Bei anderen werden sie zu einem ständigen Begleiter.
00:01:50: Genau deshalb interessierte mich dieser Satz bei Rolf Denn meine Erfahrung ist Wenn jemand immer wieder sagt er hätte mehr aus seinem Leben machen können spricht er selten über seine Karriere.
00:02:04: Er spricht über sich selbst.
00:02:09: Ein erfolgreiches Leben und trotzdem fehlt etwas.
00:02:15: Rolf war dreiundsechzig Jahre, als er zu mir kam.
00:02:20: Sein ursprünglicher Anlass war ein anderes Thema.
00:02:23: Er fühlte sich antriebslos die Freude fehlte und seine Frau sagte er sei seit Monaten gereizt.
00:02:31: Eine Depression lag nicht vorkörperlich – war alles in Ordnung!
00:02:38: Aber innerlich war etwas still geworden.
00:02:43: Im Gespräch fiel irgendwann dieser Satz, vielleicht habe ich mein Potenzial verschenkt?
00:02:52: Ich frage dann selten sofort nach dem Potenzual!
00:02:56: Mich interessiert zunächst wie jemand zu diesem Urteilen kommt.
00:03:02: Woran merken Sie das?
00:03:05: Er denkt nahe.
00:03:06: – Ich hab nie wirklich das gemacht was ich wollte.
00:03:15: Was wollten sie denn?
00:03:17: Lange Pause.
00:03:20: Das weiß ich gar nicht.
00:03:23: Genau dort wird es spannend, denn wie kann ein Mensch sein Leben als verfehlt empfinden, wenn er gar nicht weiß welches Leben er eigentlich wollte?
00:03:37: Die Suche beginnt meistens an der falschen Stelle.
00:03:41: Viele suchen die Antwort im Lebenslauf – sie analysieren Entscheidungen, vergleichen sich mit Freunden, rechnen Einkommen durch wegen Karrierewege ab.
00:03:52: Doch selten liegt dort die eigentliche Ursache.
00:03:57: Mich interessiert etwas anderes, wie hat jemand gelernt Entscheidungen zu treffen?
00:04:04: Für wen hatte sie getroffen und wer dürfte früher überhaupt sagen was er wollte?
00:04:14: Deshalb frage ich fast immer irgendwann Wie war das bei ihnen Zuhause?
00:04:21: Rolf lächelt Ganz normal.
00:04:26: Ich höre diesen Satz oft Fast immer bedeutet er, es gab vieles, worüber nie gesprochen wurde.
00:04:37: Der Sohn der keine Probleme machen dürfte.
00:04:42: Sein Vater war Ingenieur, streng und verlässlich – nicht besonders emotional!
00:04:49: Die Mutter war freundlich aber ständig bemüht den Vater nicht zu verärgern.
00:04:55: Rolf war der älteste und schon früh bekam er einen Satz zu hören — »Du bist vernünftig«.
00:05:05: Damals klang das wie ein Kompliment.
00:05:07: Heute weiß ich, solche Sätze können zu einem Auftrag werden.
00:05:12: Der vernünftige macht keinen Ärger.
00:05:16: Er widerspricht nicht und passt sich an über eine Verantwortung.
00:05:21: Er funktioniert!
00:05:25: Ich frage Olf.
00:05:27: Wissen Sie noch wann sie zum ersten Mal etwas wollten?
00:05:30: Dass Ihre Eltern NICHT wollten?
00:05:34: Er denkt lange nach.
00:05:37: Dann lacht er.
00:05:39: Ha!
00:05:39: Eigentlich nie... Das ist eine bemerkenswerte Antwort, denn kein Kind will nie etwas anderes.
00:05:50: Manche Kinder hören einfach sehr früh auf es zu zeigen.
00:05:59: das unsichtbare Leben.
00:06:02: viele Menschen glauben später sie hätten Chancen verpasst.
00:06:07: manchmal stimmt dass oft haben Sie aber etwas ganz anderes verpasste sich selbst nicht weil sie schwache waren sondern weil sie früh gelernt haben, dass Zugehörigkeit wichtiger ist als Eigenständigkeit.
00:06:27: Ein Kind kann nicht sagen – dann suche ich mir eben andere Eltern!
00:06:32: Sondern es passt sich an und wenn diese Anpassung oft genutbelohnt wird entsteht ein inneres Programm Sei vernünftig sei hilfreich sei loyal mach niemandem Sorgen.
00:06:52: Bis firtzig funktioniert dieses Programm hervorragend.
00:06:57: Mit sechzig beginnt es häufig zu brütteln, weil plötzlich eine Frage auftaucht die Jahrzehnte dann keinen Platz hatte.
00:07:07: Was wollte eigentlich ich?
00:07:15: Das Leben der Möglichkeiten.
00:07:18: Rolf erzählt von einem Freund.
00:07:21: Der hatte mehrfach den Beruf gewechselt, war ausgewandert, hatte Firmen gegründet und war gescheitert und hat wieder neu angefangen.
00:07:32: Der hat wenigstens gelebt, sagte Rolf.
00:07:37: Ich frage sind Sie sicher?
00:07:42: Er schaut mich überrascht an!
00:07:46: Wir idealisieren auf die Leben anderer Menschen.
00:07:50: wir sehen deren Freiheit nicht deren Zweifel.
00:07:55: vor allem vergleichen wir unser gelebtes Leben mit den ungelebten Möglichkeiten Und Möglichkeiten verlieren nie.
00:08:06: Sie altern nicht, sie scheitern nicht – sie bleiben für immer perfekt!
00:08:14: Das reale Leben kann gegen diese Fantasie nur verlieren.
00:08:23: Der entscheidende Moment In meinem Coaching geht es selten darum Lebensentscheidungen zu bewerten.
00:08:30: Mich interessiert vielmehr der innere Ort von dem Aus Sie getroffen wurden.
00:08:35: Deshalb arbeiten wir nicht nur kognitiv sondern Gehen doch hin zurück, wo dieses Muster entstanden ist.
00:08:45: Rolf erinnert sich an eine Szene!
00:08:48: Er is zwölf Jahre alt, die Schule organisiert einen Kunstwettbewerb und seine Lechtlehrerin wüchte ihn anmelden.
00:08:56: Er malt leidenschaftlich gern.
00:08:59: Zu Hause erzählt er voller Begeisterung davon.
00:09:05: Der Vater schaut kurz auf.
00:09:08: Davon kann man später da nicht leben... Das Gespräch es beendet.
00:09:15: Kein Streit keine Demütigung, nur ein Satz.
00:09:22: Viele würden sagen »Das ist doch harmlos« – vielleicht?
00:09:28: Aber entscheidend ist nicht der Satz sondern was ein Kind daraus macht.
00:09:36: Rolf verstand!
00:09:38: Meine Begeisterung ist unwichtig.
00:09:41: Vernünftig sein ist wichtiger.
00:09:44: Ab diesem Zeitpunkt hörte er fast vollständig auf zu zeichnen Nicht aus Trotz.
00:09:59: Die Loyalität bleibt, auch wenn die Eltern längst alt sind.
00:10:05: Der Vater lebt heute längst nicht mehr und trotzdem trifft Rolf viele Entscheidungen immer noch so als säße dieser Vater neben ihm.
00:10:16: Das geschieht nicht bewusst.
00:10:18: Es ist ein inneres Beziehungsmuster eine Art Treue zum Familiensystem, die lange nach dem Tod der Eltern fort besteht.
00:10:30: Deshalb reiche der gut gemeinte Satz, jetzt mach doch endlich dein eigenes Ding.
00:10:36: Meistens nicht aus, denn innerlich fühlt es sich an als würde mein jemanden
00:10:43: verraten.".
00:10:47: Der Satz verändert seine Bedeutung.
00:10:51: Im Verlauf unseres drei Stunden Coachings sagte Rolf irgendwann wieder ich hätte mehr aus meinem Leben machen können.
00:11:01: Diesmal frage ich oder hätten sie mehr aus sich?
00:11:05: machen dürfen.
00:11:10: Er schweigt, dann kommen ihm die Tränen.
00:11:16: Zum ersten Mal spricht er nicht über Karriere – nicht über Erfolg, nicht über Geld, sondern über den Jungen der irgendwann aufgehört hatte zu fragen was ihn begeistert.
00:11:33: Das eigentliche bedauern Viele Menschen glauben sie trauerten verpassten Chancen nach.
00:11:43: In Wirklichkeit trauen Sie oft dem Menschen der sie einmal hätten werden können.
00:11:50: Das ist ein wichtiger Unterschied, denn eine Karriere lässt sich manchmal nachholen – ein Studium auch, eine Reise sowieso.
00:12:02: Aber die Beziehung zu sich selbst muss oft erst neu entstehen.
00:12:13: Es ist nie zu spät aber anders als
00:12:16: gedacht.".
00:12:19: Rolf gründete nach unserem Coaching keine Firma.
00:12:23: Er wanderte nicht aus, kraftete sich kein Sportwagen.
00:12:27: Stattdessen geschah etwas viel kleineres und gleichzeitig größeres.
00:12:34: Er meldete sich zu einem Zeichenkurs in der Volkshochschule an mit dreieinzig Jahren.
00:12:43: Seine Frau war überrascht – das hast du doch seit der Schule nicht mehr gemacht?
00:12:51: Genau deshalb!
00:12:55: Einige Monate später schickte er immer Fotos seiner ersten Bilder.
00:13:01: Sie waren handwerklich, durchschnittlich.
00:13:03: Aber darum ginge sie überhaupt nicht.
00:13:07: Zum ersten Mal – seit Jahrzehnten – tat er etwas, weil es ihn selbst freute.
00:13:14: Nicht war das vernünftig wahr?
00:13:17: Nicht war es jemand erwartete?
00:13:19: Nicht was das Anerkennung brachte!
00:13:23: Er hatte mit der Kontakt zu einem Teil von sich aufgenommen, der lange verschüttet gewesen war.
00:13:33: Die eigentliche Frage lautet anders... Wenn Menschen sagen, ich hätte mehr aus meinem Leben machen können, höre ich deshalb oft eine andere Frage darunter.
00:13:46: Nicht Warum war ich nicht erfolgreich?
00:13:51: Sondern Wann habe ich aufgehört mein eigenes Leben zu leben?
00:14:00: Diese Frage ist schmerzhafter aber sie führt auch tiefer.
00:14:07: Sie öffnet die Tür zum eigentlichen Konflikt Nicht zwischen Erfolg und Misserfolg, sondern zwischen Anpassung und Eigenständigkeit.
00:14:21: Was ich in vierzig Jahren Coaching gelernt habe – In meiner Arbeit habe ich viele Menschen kennengelernt mit beeindruckenden Lebensläufen, Geschäftsführer, Ärzte, Unternehmer, Professoren … Und genauso Menschen die objektiv viel weniger erreicht hatten!
00:14:43: Die entscheidende Frage warf hast nie, wie erfolgreich jemand war sondern wem dieses Leben eigentlich gehörte.
00:14:55: Manche haben ein durchschnittliches Leben geführt und empfinden tiefe Zufriedenheit.
00:15:03: Andere haben alles erreicht und spüren dennoch eine Lehre.
00:15:09: Der Unterschied liegt selten im Lebenslauf – er liegt in der Beziehung zu sich selbst!
00:15:20: Wenn Sie Ihr Leben immer wieder mit einem imaginären, besseren Vergleichen, lohnt sich vielleicht eine andere Frage.
00:15:29: Haben sie wirklich Chancen verpasst?
00:15:33: Oder haben sie irgendwann sich selbst verlassen um dazu zu gehören?
00:15:42: Solange diese Frage unbeantwortet bleibt wird das Gefühl bleiben dass etwas fehlt – selbst dann wenn objektiv alles da ist.
00:15:53: und manchmal beginnt ein neues Kapitel Nicht mit einer großen Entscheidung, sondern mit dem Mut herauszufinden was man damals aufgegeben hat.
00:16:06: Nicht um die Vergangenheit zu verändern, sondern damit die Zukunft einem selbst gehört.
00:16:19: Auf meinem Blog lesen Sie mehr Fallberichte und Lebensthema-Analysen aus meiner Coachingpraxis.
00:16:27: Alle Fallgeschichten sind real, aber so verfremdet, dass ein Rückschluss auf meine Klienten nicht möglich ist und die Vertraulichkeit gewarnt bleibt.
00:16:37: Alle Fallgeschichten gibt es auch als Podcast zum Anhören.
00:16:44: Haben Sie auch ein Problem das sie bisher nicht lösen konnten?
00:16:48: Dann buchen Sie auch einen drei Stunden Coaching!
00:16:51: Wir finden die Lösung dort wo Sie noch nie gesucht haben... Sind Sie Coach oder arbeiten sie intensiv mit Menschen und wollen lernen, auch so zu coaching?
00:17:05: Ich biete eine Fortbildungsreihe an.
00:17:08: Alle Informationen dazu auf dem Blog.
00:17:14: Meine letzte Frage an Sie bedauern Sie auch etwas in Ihrem Leben?
00:17:22: Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
00:17:25: Bis zum nächsten Mal.
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