"Das Abenteuer Persönlichkeit" von Roland Kopp-Wichmann

Einer der ältesten und erfolgreichsten Podcasts zum Thema "Persönlichkeit".

17. Juli 2019 „Meine Unpünktlichkeit kostet mich noch den Job“, sagte der Mann im Coaching.

„Ich werde immer übersehen“, sagte die Frau im Coaching

Übersehene Geschwister sind auch als Erwachsene weniger sichtbar.
Wer in seiner Kindheit ein Geschwister hatte, das krank oder behindert war, trägt meist eine besondere Bürde. Dabei spielt es keine Rolle, welche Art von Krankheit oder Behinderung. Die Belastung durch die spezielle Familiensituation ist immer ähnlich.

"Meine Löffelliste schaffe ich nie!"; sagt die Frau im Coaching.

Wissen Sie, was eine Löffelliste ist?“, fragte mich die Frau als erstes als wir zum Spaziergang auf dem Philosophenweg aufbrachen. Das ist der erste Teil meines 3-h-Coachings.

„Na klar, das ist eine Liste von Dingen, die jemand vor seinem Tod noch erleben möchte, also bevor er den Löffel abgibt“, antwortete ich.

„Genau. Und das ist mein Problem“, fuhr die Frau fort. „Ich habe schon vor Jahren eine tolle Liste gemacht mit dreißig Sachen, die ich noch tun möchte, aber mir rennt die Zeit davon. Meine Löffelliste schaffe ich nie!“

Neben mir ging Astrid K., Prokuristin in einem mittelständischen Betrieb. Keine Kinder, Single aus Überzeugung. Ich überlegte, was sie wohl damit meinte, dass sie ihre Liste nicht erledigen konnte.

"Ich bin immer das Opfer", sagte der Klient im Coaching.

Love it. Change it. Or leave it.

Wenn man etwas ändern will, gibt es ja nur diese drei Möglichkeiten.
Also, versuchen, die Dinge zu ändern oder die Situation zu verlassen - oder eben zu akzeptieren.

Wer mit den ersten beiden Optionen keinen Erfolg hat, kann immer noch die schwierige oder unerträgliche Situation akzeptieren.
Wer das nicht kann oder will, landet automatisch in der Opferrolle.
Das fühlt sich immer schlecht an, keine Frage. Aber es hält auch Erleichterungen bereit.

„Mein Vater? Ich habe nur einen Erzeuger“, sagte die Frau im Coaching.

Die Vaterwunde bei Mädchen.

Nichts über den eigenen Vater zu wissen, hinterlässt immer eine tiefe Wunde in Menschen. Denn emotional betrachtet, dient das Wissen, von wem wir abstammen, als sichtbarer „Beweis“ unserer Existenz.

Kennt man den eigenen Vater nicht, stellt das gefühlsmäßig fast immer die eigene Existenzberechtigung infrage. Sein Nichtvorhandensein und die gefühlte Ablehnung münden leicht in die Überzeugung, nichts wert zu sein. Nicht dazuzugehören zu den anderen Frauen oder Mädchen, weil einem etwas Entscheidendes fehlt.

„Ich muss immer der Beste sein“, sagte der Mann im Coaching.

Immer der Beste sein zu wollen oder zu müssen, ist ein häufiges Lebensthema von Männern, die in mein 3-h-Coaching kommen.

Der Preis für diese anstrengende Lebensstrategie ist meistens, dass der Mann seine Gefühle abspalten oder verdrängen kann. Doch das geht ja nicht von heute auf morgen. Wo lernt man das?

Im Fall dieses Klienten hatte es mit der Karateschule seines Vaters zu tun, in der er bereits mit vier Jahren mitmachte.

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